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“Jeder hat seine eigene Geschichte, ob und wie er zu welcher Art von Musik findet und sich durch die Musik entwickelt. Ich komme aus einer Filmfamilie und habe einen Teil meiner Kindheit vor und hinter der Kamera und im Schneideraum verbracht.
Mit ungefähr sieben Jahren bekam ich ein ausgemustertes Tonbandgerät mit vielen Bändern unterschiedlicher Musikaufnahmen zum spielen. Irgendwie fand ich eher anspruchsvollere Musik interessant, so dass sich unter meinen Lieblingsstücken Bachs Brandenburgische Konzerte, Beethovens “Pastorale”, Debussys Cellosonate genauso wie Take5 von Dave Brubeck und Threnos von Christoph Penderecki befanden. Wie interessant war es, die Stücke langsamer oder schneller abzuspielen oder die mit der Zeit zerrissenen Tonbänder stückweise in neue Reihenfolgen zusammen zu kleben. Der schulische Musikunterricht und der jähe Umschwung meines älteren Bruders von E-Gitarre auf Renaissancelaute regten mich an ein Instrument lernen zu wollen.
Entscheidend war dann der Besuch eines Konzertes von Mstislaw Rostropowitsch, ich wusste sofort: Das Instrument muss es sein! Nach schier unerträglich langer Wartezeit bekam ich mit elf ein Instrument und einen Platz an der Musikschule, und ich verbrachte dann gern Ferientage auf Musikwochen.
 Sehr bald wuchs der Wunsch Musiker zu werden, und mit 15 Jahren begann meine Ausbildung als Jungstudent am Berliner Julius-Stern-Institut. Mit 16 kam ich ins RIAS-Jugendorchester mit Rundfunkaufnahmen und Konzertreisen. Schon während meiner Schulzeit spielte ich leidenschaftlich gern Kammermusik mit endlosen Proben an den Wochenenden und ersten kleinen Konzerten. Alles wichtige Erfahrungen, um noch vorhandenes Unvermögen mit dem schon Erreichten abzuwägen.
Nach dem Abitur studierte ich an der Berliner UdK bei Prof. Markus Nyikos, dessen interpretatorische Eleganz mich faszinierte. Darüber hinaus nahm ich an verschiedenen Meisterkursen teil. Besonders prägend waren hier die Studien bei Ottomar Borwitzky von den Berliner Philharmonikern, und bei Prof. Stanislav Apolin (Prag) und Prof. Siegfried Palm, der mein Verständnis für die Möglichkeiten der Neuen Musik erweiterte.
Um einen eigenen künstlerischen Zugang zur Musik zu bekommen, war es entscheidend über den Rahmen des reinen Cellospielens hinaus zu gehen. Genauso wie Harmonielehre und Kontrapunkt erst ein bewusstes Verständnis für musikalische Strukturen ermöglicht und musikwissenschaftliche Studien eine Vorraussetzung für das Verständnis musikalischer Aussage sind, kann die Beschäftigung mit Körperarbeit und Yoga die äußere Bewegung und den inneren Raum im Instrumentalspiel in einer Choreographie des Spiels zusammen führen. Die Beschäftigung mit modernen Methoden wie z.B. des NLP erweiterten dann ab Anfang der 90er Jahre auch meinen künstlerischen Horizont.
Genauso wie der innere Raum können mich auch besondere Aufführungsräume, -orte oder -anlässe aus den unterschiedlichsten Gründen inspirieren, z.B. die Kathedrale von Perugia, das La Mama in N.Y., das Konrad Adenauer Konferenzzentrum in Jerusalem, der Sala Luis Ángel Arango in Bogotá, der Bozar in Brüssel, das Thalia in Hamburg, das Goethehaus in Weimar und in Berlin die Neue Nationalgalerie, das Pergamonmuseum, der Hamburger Bahnhof und die Schinkel-Rotunde im Alten Museum.
Natürlich ist die Zusammenarbeit mit langjährigen musikalischen Partnern für die eigene künstlerische Entwicklung bedeutsam und in diesem Sinne möchte ich den Pianisten Cristian Petrescu, und meine Kollegen Fernando Grillo und Dimitri Tombassov von den Pythagoras Strings hervorheben.”
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